Auf "neuen" Pfaden - ZU Besuch beim NAchbarn
Längst überfällig schien uns ein Besuch am hiesigen Pecherpfad. Also haben wir das Herbstlager dazu genutzt, uns selbst und auch unsere Gäste mit dem früheren Handwerk der “Pecher” vertraut zu machen. Nach einer kleinen Wanderung mit Start im Fort Houston lag er auch schon vor uns – der Pecherpfad Hölles. Wer waren nun diese “Pecher”? Das Harz aus den hiesigen Schwarzkiefern (bei uns Schwarzföhren genannt) heißt in dieser Region “Pech”, daher das Wort “Pecher”. Die Harzgewinnung in den Föhrenwäldern rund um Fort Houston hat eine lange Tradition, die mindestens bis ins 17. Jahrhundert zurückgeht. Allein nach dem 2. Weltkrieg war die Pecherei Ernährungsgrundlage für rund 1.500 Familien in dieser Region. Diese Zahlen haben uns wirklich sehr überrascht. Mehr als 10.000 Familien lebten in den letzten 3 Jahrhunderten im südlichen Niederösterreich von der Pecherei. Besonders toll finden wir, dass die Pecherei in Niederösterreich seit 2011 immaterielles UNESCO-Kulturerbe ist.
Auch heute noch wird unser Pech auf der ganzen Welt benötigt, zum Beispiel wird damit Kolophonium für die Geigenbögen der größten Orchester der Welt hergestellt.
Wie es mit der Pecherei weiter gegangen ist, findet ihr heraus, wenn ihr euch selbst auf den Pecherpfad begebt – am besten, ihr macht eine der beliebten Führungen mit. Hier geht’s zum Pecherpfad Hölles.
Wir sagen Danke an Gerhold Wöhrer von der Pecherpfadinitiatorengruppe, für die Geschenke an den GHCC. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Gerhold selbst noch das Pecherhandwerk erlernt hat und mit seinen 82 Jahren diese Tradition mit allen Kräften hochleben lässt. Auch großen Dank an Ernst Schagl, der die Führung mit extrem viel (geschichtlichem) Fachwissen und Passion geleitet hat.
Schön, wenn aus Nachbarn Freunde werden! Wir kommen gerne wieder auf einen nachbarschaftlichen Umtrunk mit Föhrenschnaps vorbei.
—Karen—







