Merquez, Pâté, Baguette und Camembert

10 wunderschöne Tage im Elsass

Alf, „The Hunter“ von der HBC Duck Portage, hat uns schon des Öfteren von einem Rendezvous in Frankreich erzählt und uns damit einen kleinen Floh in unsere Hobbyohren eingepflanzt. Dieser kleine Floh meldete sich immer häufiger und lauter und hat uns schließlich dazu bewogen, endlich das „French Council“ in der Nähe von Staffelfelden zu besuchen.

Das „Rendez-Vous National Français“ wird alle drei Jahre in der Westernstadt „Two Rivers City“ von der „Association des Westerners d’Alsace“ ausgerichtet. 2025 sollte wieder eine Ausgabe stattfinden, und wir Abenteurer haben uns schnell zusammengefunden: Alf, Gisbert, Jess, Charly Doc und ich wagten die weite Reise in den fernen Westen. Knapp 1.000 km Anreise standen vor uns.

Alf, der seit Jahrzehnten immer wieder das „French Council“ besucht, wurde zum Treckführer ernannt. Am 3. Juli begann die Reise. Dank unseres Treckführers konnten wir als Boxenstopp am Vereinsgelände des „Indian Club Cheyenne EV 1957“ übernachten, um am nächsten Tag ausgeruht die letzten Kilometer zu unserem eigentlichen Ziel, der „Two Rivers City“, hinter uns zu bringen.

„Endlich im gelobten Land“, dachten vor allem Charly und ich – denn wir waren ja noch nie dort – und waren bereits nach wenigen Minuten absolut sprachlos. Riesige Lagerflächen für Zelte auf drei Ebenen, Pferdekoppeln und eine beeindruckende Westernstadt erwarteten uns. Vom Saloon über den Hufschmied bis zum Badehaus fanden wir uns tatsächlich in einer Kulisse wieder, die wir nur aus den Filmen unserer Bubenzeit kannten.

Dieser Verein hat nicht nur alle Bauten einer klassischen Westernstadt nachgebildet, auch die Outfits, die uns jeden Tag begegneten, waren so detailgetreu, dass wir uns nach zwei Tagen tatsächlich 120 bis 140 Jahre zurückversetzt fühlten. In 40 Jahren Vereinsgeschichte haben die amerika-verrückten Franzosen eine Welt kreiert, die ihresgleichen sucht.

Diese Detailverliebtheit spiegelte sich auch in den zahlreichen Aktivitäten wider: So gab es ein „Quarter Mile Horse Race“, ein historisches Baseballspiel, ein Picknick anno 1900 und natürlich ein klassisches „Fair“, bei dem sogar selbstgemachte Patchworkarbeiten, Marmeladen und Mehlspeisen prämiert wurden. Im Zuge dieses Fairs wurden außerdem die unterschiedlichsten Kleidungen – männlich, weiblich und für Kinder, sowohl indianisch als auch „weiß“ – fachkundig erklärt. Besonders beeindruckend: Die Erläuterungen erfolgten sogar bilingual, auf Französisch und Deutsch.Nebenbei wurden historische Duelle und Fehden nachgestellt, in der Bakery bekamen wir täglich unser frisches Baguette, und beim chinesischen Restaurant (!) wurde zwischendurch ebenfalls geschlemmt. Pâté (französische Pastete), Camembert und Merquez (Schafswürste) wurden natürlich auch großzügig konsumiert!

Natürlich gibt es in Two Rivers City auch einen berüchtigten Moonshiner – so wie in jeder amerikanischen Kleinstadt zu dieser Zeit üblich. Und ja, auch den haben wir täglich besucht, denn dort wurde musiziert, getrunken und – trotz Sprachbarriere – viel gelacht. Aber seht selbst, denn keine Worte dieser Welt können wirklich beschreiben, wie toll dieser Besuch für uns war.

 

À bientôt, liebe neue Freunde in Staffelfelden – denn wir kommen sicher wieder!

—Le Métis—